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„Wir mausern uns“: Heineanum lädt zum letzten Rundgang vor der Neugestaltung ein

Das Heineanum legt sein vertrautes Federkleid ab: Zum 30. September 2026 schließt das Museum für Vogelkunde für rund ein Jahr seine Türen. In dieser Zeit wird die Dauerausstellung umfassend neu gestaltet. Inhalte und Gestaltung werden neu konzipiert, wissenschaftliche Inhalte aktualisiert und digitale sowie interaktive Elemente integriert. Gleichzeitig wird das Museum barriereärmer. Bevor es so weit ist, lädt das Heineanum am Samstag, 26. September 2026, von 11 bis 16 Uhr zum Aktionstag „Wir mausern uns“ ein. Besucherinnen und Besucher können das Museum noch einmal in seiner vertrauten Gestalt erleben und zugleich einen ersten Blick auf das neue Ausstellungskonzept werfen.

Ein letzter Blick auf das Heineanum
Bei stündlichen Führungen durch Ausstellung und Magazin geben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Einblicke in die Geschichte, die Sammlung und die Arbeit des Heineanums. Wie das Museum künftig aussehen und seine besonderen Schätze präsentieren wird, zeigt die Kreativagentur IdeenGut beim Aktionstag: Sie beschreibt das neue Ausstellungskonzept und gibt einen ersten Einblick in die Gestaltung der neuen Dauerausstellung. Von 13 bis 16 Uhr ist außerdem ein echter Uhu zu Gast. Ein Glücksrad, Spiele und Bastelangebote sorgen für Unterhaltung. Bei Kaffee und Kuchen können kleine und große Gäste den letzten Besuch im vertrauten Heineanum ausklingen lassen. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.
 
Eine Sammlung von europäischer Bedeutung
Das Heineanum ist weit mehr als ein Museum. Seine Geschichte reicht mehr als 200 Jahre zurück und ist eng mit Ferdinand Heine senior (1809–1894) verbunden. Seine Vogelsammlung bildete den Grundstock für die heutige ornithologische Sammlung. Heute bewahrt das Heineanum eine der bedeutenden ornithologischen Sammlungen Europas. Sie dokumentiert einen außergewöhnlichen Teil der weltweiten Vogelvielfalt und umfasst auch Präparate bereits ausgestorbener Vogelarten. Die Bestände sind bis heute Grundlage für wissenschaftliche Forschung und Dokumentation. Eine besondere Bedeutung hat die Arbeit zum Rotmilan. Zum Bestand gehören außerdem bedeutende Fossilien, darunter ein Plateosaurier und ein Plesiosaurier.
 
Oberbürgermeister Daniel Szarata: „Ein Schatz, auf den wir stolz sein können“
Oberbürgermeister Daniel Szarata betont die besondere Bedeutung des Museums: „Das Heineanum ist ein ganz besonderer Schatz unserer Stadt – und weit über die Grenzen Halberstadts hinaus von Bedeutung. Mit seiner mehr als 200-jährigen Geschichte und seinen bedeutenden ornithologischen Sammlungen bewahrt es ein einzigartiges Archiv der weltweiten Vogelvielfalt. Dieses kulturelle und wissenschaftliche Erbe können wir mit Recht als Teil unserer Stadtgeschichte verstehen und darauf stolz sein. Umso mehr freue ich mich, dass die lange geplante Neugestaltung nun umgesetzt werden kann. Mein besonderer Dank gilt dabei dem Förderkreis am Heineanum e.V. Mit seinem großen ehrenamtlichen und finanziellen Engagement leistet der Förderkreis einen entscheidenden Beitrag dazu, dass dieses wichtige Zukunftsprojekt realisiert werden kann.“
 
Neues Federkleid für das Heineanum
Für die Neugestaltung der Dauerausstellung werden insgesamt 372.000 Euro investiert. Der Förderkreis für Vogelkunde und Naturschutz am Museum Heineanum e. V. übernimmt davon einen Eigenanteil von 73.400 Euro. Der Förderverein begleitet die Entwicklung des Heineanums seit vielen Jahren und trägt mit seinem Engagement wesentlich dazu bei, die Zukunft des Museums zu sichern. Unter dem Vorsitz von Jürgen Jüling, Kulturpreisträger der Stadt Halberstadt, engagieren sich mehr als 200 Mitglieder für das Museum und seine Arbeit.
Das neue Ausstellungskonzept entsteht in enger Zusammenarbeit von Heineanum, Förderverein und der Kreativagentur IdeenGut. Das Kulturmarketing der Stadt Halberstadt begleitet den Prozess und unterstützt die öffentliche Vermittlung des neuen Ausstellungskonzepts.
 
Modernisierung und neue Vermittlung
Im Mittelpunkt steht die Modernisierung der Dauerausstellung. Inhalte und Gestaltung werden neu konzipiert und wissenschaftliche Inhalte auf den aktuellen Stand gebracht.
Vogelobjekte werden fachgerecht präpariert und, wo für die neue Ausstellung sinnvoll, durch neu erworbene Objekte ergänzt. Die Ausstellungsvitrinen werden neu gestaltet und die Technik im Erdgeschoss erneuert. Digitale und interaktive Ausstellungselemente schaffen neue Zugänge zu den Sammlungen. Künftig sollen auch die Geschichten hinter den Präparaten und die Bedeutung der Sammlung für Wissenschaft, Forschung und Naturschutz stärker vermittelt werden.
 
Mehr Barrierefreiheit
Ein zweiter Schwerpunkt ist die Verbesserung der Barrierefreiheit. Der Zugang zum Gebäude und zum Erdgeschoss wird durch eine Rampe barrierefrei gestaltet. Das Obergeschoss wird durch den Einbau eines Hublifts barrierefrei erreichbar. Auch die Vermittlung wird barriereärmer: Multisensorische Stationen sprechen mehrere Sinne an – etwa Hören, Sehen und Fühlen. Informationen werden so zugänglich gemacht, dass sie sowohl aus der Rollstuhl- als auch aus der Fußgängerperspektive wahrgenommen werden können.
 
„Stoffe mittelalterlicher Vogelwelten“ wird verlängert
Während das Heineanum geschlossen ist, bleibt eine besondere Verbindung zwischen Museum und Öffentlichkeit bestehen: Die gemeinsam mit dem Domschatz entwickelte Sonderausstellung „Stoffe mittelalterlicher Vogelwelten“ wird bis zum 10. Januar 2027 verlängert.
Die Ausstellung bietet auch während der Umbauphase die Möglichkeit, die Arbeit und Expertise des Heineanums an einem anderen Ort zu erleben.
 

Das Heineanum bleibt aktiv

Mit der Baupause endet die Arbeit des Heineanums nicht. Museumspädagogische Angebote und Abendveranstaltungen werden auch während der Umbauphase fortgeführt. Voraussichtlich im Herbst 2027 öffnet das Heineanum wieder – mit einer neu konzipierten Dauerausstellung, moderner Technik, digitalen und interaktiven Elementen sowie verbesserter Barrierefreiheit.

Bis dahin heißt es: Noch einmal vorbeikommen, die vertraute Ausstellung erleben und gemeinsam Abschied nehmen.

Das Heineanum mausert sich und freut sich darauf, im Herbst 2027 mit einem neuen Federkleid zurückzukehren. Ganz beflügelt.

 

© Stadt Halberstadt, 14.09.2026

Foto: Heineanum

© Marie Liebe E-Mail

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