Forschungsprojekt zur Provenienz von Museumsobjekten in Sachsen-Anhalt abgeschlossen
Was geschah mit Museumsobjekten in Sachsen-Anhalt zwischen 1945 und 1989? Wie wurden Sammlungen in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und der DDR aufgebaut, dokumentiert und verändert? Und welche Rolle spielten dabei Museen und staatliche Fachstellen?
Diesen Fragen widmete sich ein dreijähriges, vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste (DZK) gefördertes Forschungsprojekt am Städtischen Museum Halberstadt. Von Juli 2023 bis Juni 2026 untersuchten die Provenienzforscherinnen Dr. Claudia Brandt und Kristin Globke-Houschka die Bestandsbildung, Inventarisierung und Objekttransfers in Museen der ehemaligen Bezirke Magdeburg und Halle.
Neben dem Städtischen Museum Halberstadt waren das Kulturhistorische Museum Magdeburg, das Stadtmuseum Halle sowie die Kreismuseen Bitterfeld und Osterburg in die Untersuchung einbezogen.
Im Mittelpunkt der Forschungsarbeit stand die Frage, auf welchen Wegen Objekte zwischen 1945 und 1989 in die Museumssammlungen gelangten und welche institutionellen Strukturen und Prozesse die Entwicklung der Bestände beeinflussten. Untersucht wurden dabei insbesondere die Dokumentation, Inventarisierung und Weitergabe von Kulturgütern sowie die Rolle staatlicher Fachstellen und der beteiligten Museen.
Die Ergebnisse des Projektes schaffen wichtige Grundlagen für die weitere Erforschung möglicher Entzugskontexte der SBZ- und DDR-Zeit. Gleichzeitig verdeutlichen sie, welche Fragestellungen sich für die Provenienzforschung in anderen Museumssammlungen ergeben können – sowohl innerhalb Sachsen-Anhalts als auch über die Grenzen des Landes und der ehemaligen DDR hinaus.
Zum Abschluss des Forschungsprojektes werden die zentralen Ergebnisse vorgestellt und der Abschlussbericht an das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste sowie die beteiligten Kooperationsmuseen übergeben.
An dem Projekt und seinem Abschluss wirken neben den Projektbearbeiterinnen Vertreterinnen und Vertreter des Städtischen Museums Halberstadt, des Kulturhistorischen Museums Magdeburg, des Stadtmuseums Halle sowie der Kreismuseen Bitterfeld und Osterburg mit. Ebenfalls beteiligt sind der Museumsverband Sachsen-Anhalt e. V. mit seiner Koordinierungsstelle Provenienzforschung sowie das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste.
Das abgeschlossene Forschungsprojekt leistet damit einen wichtigen Beitrag zur systematischen Aufarbeitung der Sammlungsgeschichte von Museen in Sachsen-Anhalt und schafft zugleich Anknüpfungspunkte für die zukünftige Provenienzforschung.