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Artikel-Slider | BCKategorie 21.09.2015 09:27:53 Uhr | städtisches Museum | Aktuelles - Museum | museum-slider | museum-start

Einladung zur Finissage der Ebeling-Ausstellung zum Stadtcafé am 16. August 2026

Walter und Pia Ebeling, 1978 ©Städtisches Museum Halberstadt

Einladung zur Finissage der Ebeling-Ausstellung zum Stadtcafé am 16. August 2026

Seit dem 24. April ist in der Ausstellungsscheune des Schraube-Museums die Ausstellung „Stein(chen) um Stein(chen) – Kunst am Bau aus Halberstadt von Walter und Pia Ebeling“ zu sehen. Am 16. August endet diese besondere Schau, in der erstmals öffentlich eine Auswahl der Entwürfe des Künstlerpaars Walter und Pia Ebeling im Original präsentiert wurden, darunter auch zwei großformatige Entwürfe des Stadtcafé-Mosaiks.

Der 1908 in Magdeburg geborene Walter Ebeling lernte die 1909 in Kattowitz (heute polnisch Katowice) geborene Pia Janotta beim Studium an der Kunstakademie Breslau kennen, wo sie beide ihr Kunstlehrerexamen abschlossen und 1934 heirateten. Ihre Flucht aus Schlesien mit den zwei Söhnen endete im noch nicht zerstörten Halberstadt Anfang 1945. Nach der Rückkehr von Walter aus dem Krieg ließen sie sich hier nieder und beteiligten sich als Lehrende und als Künstler am Wiederaufbau. Beide waren im Kulturbund aktiv sowie in künstlerischen Arbeiterzirkeln der Elmo-Werke in Wernigerode oder beim Aufbau des Berufsverbands Bildender Künstler.

Früh formulierten Walter und Pia Ebeling ihren zentralen Anspruch: „Entscheidend für ein Kunstwerk ist nicht nur das ‚Was?‘ und ‚Wie?‘, sondern vor allem das ‚Für wen?‘.“

Ende der 1940er-Jahre entwickelten Pia und Walter Ebeling das keramische Mosaikwandbild, das sie ab 1952 perfektionierten. In aufwendiger Handarbeit verbanden sie konstruktive Klarheit mit naturhaften Bildwirkungen. Kubistische Elemente dienten der inhaltlichen Verdeutlichung. Gegenstandslose Malerei lehnten sie als antihumanistisch ab. Ihre Kunst verstanden sie als Beitrag zu einem sinnhaften Leben und als Kunst für die Zeitgenossen und Zeitgenossinnen.

Die Werke des Künstlerpaares sind bis heute in Halberstadt, im Harz und weit darüber hinaus präsent und zeigen ihr besonderes Kunstverständnis, ohne sich der Propaganda der DDR-Oberen anzubiedern. Pia Ebeling verstarb 1983 und Walter Ebeling 1988, vor den Ereignissen der politischen Wende und ohne erleben zu können, dass ihre Werke eine weiterhin funktionierende Aussagekraft für die aktuellen Zeitgenossen und Zeitgenossinnen haben.

Letztmalig bietet sich am Sonntag, 16. August 2026 um 11-16 Uhr die Gelegenheit, die schon im Entwurfsstatus sehr wirkungsvollen Mosaiken von Walter und Pia Ebeling in der Ausstellungsscheune des Schraube-Museums, Voigtei 48, zu bestaunen.

Ganz in der Tradition des berühmten Halberstädter Treffpunkts „Stadtcafé“ am Breiten Weg –  ab seiner Eröffnung im Oktober 1963 bis zur Wendezeit – soll das Ende der Sonderausstellung, die auch viele historische Fotos vom Stadtcafé zeigt, nicht allzu nüchtern ausfallen. Daher lädt das Museumsteam am 16. August 2026 ab 14 Uhr im Rahmen der Finissage zum gemütlichen Erzählen bei Kaffee und Gebäck über die Kunstwerke der Ebelings und des Lebens rund um Stadtcafé und Breiten Weg ein.

Kommen Sie mit Zeitzeugen und Zeitzeuginnen inmitten der Ausstellung ins Gespräch über ihre persönlichen Erinnerungen, Geschichten oder Ihr Wissen zu den Künstlern oder ihrer Werke. Oder plaudern Sie mit uns über Ihre Erfahrungen als Gast oder Mitarbeiter im Stadtcafé oder in den Verkaufsstellen am Breiten Weg.

Letztmalig wird ebenso die Biberpost-Briefmarke mit dem Ebeling-Mosaik aus der Stadtapotheke samt Sonder-Umschlag im Schraube-Museum gegen eine Spende erhältlich sein. Die Herstellung hatte der Geschichtsverein für Halberstadt und das nördliche Harzvorland e. V. initiiert und finanziert.

Am Tag der Finissage ist der Besuch des Schraube-Museums kostenfrei. Um Anmeldung wird gebeten per Telefon 03941 551474 oder per E-Mail: aufsicht@halberstadt.de.

Für Essen und Getränke wird um eine Spende gebeten.

Fotos:

01: Panorama-Mosaik von Walter und Pia Ebeling im ehemaligen Stadtcafé, Holger Wegener, © Pressestelle Stadt Halberstadt.

02: Walter Ebeling erläutert sein Werk im Verwaltungsgebäude des Wasserwerks Wienrode, 1965, Photo-Studio Mahlke, © Städtisches Museum Halberstadt.

03: Walter und Pia Ebeling, 1978, Heinz Ebert, © Städtisches Museum Halberstadt.

04: Breiter Weg Nr. 26–34, 1965, Photo-Studio Mahlke, © Städtisches Museum Halberstadt.

© Alexandra Runschke E-Mail

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