Malerei trifft Skulptur - Sonderausstellung im Schraube-Museum. Wohnkultur um 1900

Malerei trifft Skulptur. Hella und Heinrich Dhemant. Zu erleben ist ihre Kunst im Schraube-Museum. Wohnkultur um 1900 in Halberstadt

Viele Halberstädter kennen den Namen Hella Dhemant oder haben auch schon einmal eine Ausstellung von ihr besucht. Die Liebe zur Kunst und Malerei entdeckte Hella Dhemant nicht erst in den letzten Jahren, nein, Zeit ihres Lebens war es genau das, was sie faszinierte - der Umgang mit Farben.

Schon in jungen Jahren entschied sie sich zu einer Ausbildung als - wie hieß es so schön - "Gebrauchswerber". Nicht zu vergessen, zu dieser Zeit bedeutete dies noch echte Handarbeit. Schaufenstergestaltungen, Werbematerialien, praktisch jedes kleine Schild, sei es auch nur ein Preisschild, wurde per Hand entworfen. Es gehörte tatsächlich künstlerisches Können dazu.
Ihr Talent konnte sie dann über Jahre wirklich zeigen. Unbewusst haben viele Theaterkenner ihre Kunst immer wieder bewundert. Hella Dhemant arbeitete als Bühnenmaler und Dekorateur, eine anspruchsvolle und vielseitige Beschäftigung.

dhemant_hellaDen Anspruch an sich selbst hat sie sich auch immer wieder abverlangt. Eine Zusatzausbildung an der Bezirksakademie für Malerei und Grafik in Magdeburg absolvierte sie und nahm an zahllosen Seminaren im In- und Ausland teil, um sich und ihrer Kunst gerecht zu werden und Neues zu lernen.
Doch nicht nur für sich lernte und malte Hella Dhemant. Ihre Liebe zur Kunst weiterzugeben, ist ihr immer schon ein Bedürfnis gewesen, so leitete sie einen Kindermalzirkel oder arbeitete mit kreativen Menschen an der hiesigen Volkshochschule.

Nun ist Hella Dhemant Rentnerin, doch, wie eine typische Rentnerin sieht sie nicht aus. Es treibt sie immer noch umher, die Kunst und das Lernen lassen sie nicht los. Immer wieder erkundet sie neue Wege und ist offen für immer mehr.
Zahlreiche Ausstellungen gab es bereits mit ihren Werken.
In der neuen Ausstellung, die am 4. Februar 2017 um 15 Uhr in der Ausstellungsscheune des "Schraube-Museum. Wohnkultur um 1900" eröffnet wird präsentieren sich ihre neuesten Werke.
Und etwas ist noch völlig anders als sonst.

Erstmalig trifft ihre Malerei auf "Skulptur". Wie das kommt? Natürlich ist diese Liebe zur Kunst in der Familie nur dann zu leben, wenn die Familie ebenfalls die Kunst lieben lernt. So erging es ihrem Mann, Heinrich Dhemant. In seinem Berufsleben unterstützte er seine Frau in ihrem Schaffen, doch er selbst arbeitete auf wissenschaftlich-technischem Gebiet.
Dann kam auch für ihn der Ruhestand, oder besser der Unruhestand. Seine Unterstützung in den vorangegangenen Jahren war wohl auch dem zuschulden, dass er dies nicht nur aus rein familiärer Sicht tat, nein auch in ihm wuchs die Liebe zur Kunst und setzt sich in seinem Inneren fest.

dhemant_heinrichNun hatte er Zeit - und diese Zeit nutzt er bis heute. Seine Liebe gilt im Besonderen der Bildhauerei. Das Arbeiten mit verschiedenen Materialien, das Ausprobieren und die Spannung, was aus dem Rohmaterial entstehen wird, lassen ihn nicht los. Besonders Marmor hat es ihm angetan, wohl eines der schwierigsten Materialien zur Bearbeitung. Seine Skulpturen wachsen aus seiner Seele. Er selbst gibt sich kein Thema vor, sondern lässt sich treiben, ist manchmal selbst überrascht, wohin es ihn treibt.
Bisher hat er sein Talent für sich gelebt. Erstmalig zeigt er in dieser Ausstellung seine Werke. Warum dieser Sinneswandel? Heinrich Dhemant ist es ein Bedürfnis, so betont er, anderen Menschen zu zeigen, was man alles schaffen kann, auch wenn man nicht mehr im Berufsleben steht, wie sinnvoll man Zeit nutzen kann und welche Freude und Erfüllung es bringt, neues zu schaffen und Schönheit entstehen zu lassen.

Freuen Sie sich auf die erste gemeinsame Ausstellung von Hella und Heinrich Dhemant. Ab dem 4. Februar 2017 heißt es dann in der Voigtei 48 in Halberstadt: "Malerei trifft Skulptur" - seien Sie gespannt. Zu erleben bis 28. Mai 2017.


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