Carl Hasenpflug. Wahrheit und Vision

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Am 13. April 2002 jährt sich der 200. Geburtstag des Malers C. G. A. Hasenpflug. Der in Berlin geborene Hasenpflug hat in Halberstadt nicht nur 30 Jahres seines Lebens verbracht und ist hier auch gestorben.

biographie_portraitIn Halberstadt fand er Geborgenheit, familiäres Glück, Förderung und Anerkennung sowie die Voraussetzungen zu eigenständiger, großer künstlerischer Aussage zu gelangen und zu einem der bedeutendsten deutschen Maler in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu werden. 1826 stand Hasenpflug das erste Mal im Halberstädter Dom und war überwältigt. Zwei Jahre später nahm er in Halberstadt Wohnsitz.

Gefördert vom einflussreichen Domherren Werner von Spiegel zum Diesenberg und vom hoch gebildeten Apotheker und Kunstfreund Dr. Friedrich Lucanus, fühlte der junge Künstler sich geachtet wie geschätzt und zugleich eingebettet in das lebendige geistige Klima einer aufgeschlossenen deutschen Stadt anerkannter literarischer Tradition.

lucanusWas die Stadt ihm gewährte, schenkte er ihr bald mit seinen Mitteln reichlich zurück. Seine Kunst. v. a. die reifen Architekturbilder wie auch das Spätwerk der Kloster- und Ruinenbilder trug den Ruhm des Malers über die Stadt weit hinaus in die deutschen Lande, sogar bis in die Neue Welt. Kunstfreunde und Sammler aus Nordamerika, u. a. aus Philadelphia, reisten nach Halberstadt, um direkt im Atelier des Künstlers ihre Bilder zu erwerben. Auf diese Weise hat Hasenpflug der Stadt zahlreiche Kunsttouristen beschert! Im Reich der bildenden Kunst kann kein anderer Maler dem "Wahlhalberstädter" Hasenpflug den Rang in der kulturhistorisch bedeutenden Nordharzregion streitig machen. Schon aus diesem Grunde verdiente der Künstler endlich eine adäquate Würdigung.
Der 200. Geburtstag bildete den Anlass, mit einer umfassenden Präsentation seiner Werke und umfangreichen Forschungen diesen großartigen und unverwechselbaren Künstler der Vergessenheit zu entreißen und damit der Kunstwissenschaft und der Öffentlichkeit neu ins Bewusstsein zu rücken.

hasenkleinkatalogSeit seinem Tode vor nahezu 150 Jahren hat es weder eine Einzelausstellung Hasenpflugs noch eine umfassende Publikation über diesen Künstler gegeben. Allein in einigen wenigen Einzelabhandlungen und in Museumskatalogen wird seiner gedacht. Im Zuge der Wiederentdeckung der deutschen Spätromantiker hatte sich das Städtische Museum Halberstadt mit dieser Ausstellung in diese Phalanx verdienstvoller Kulturveranstaltungen eingereiht. Eine erstmalige Übersicht über das ganze Spektrum der Kunst Hasenpflugs zu geben und damit die dringend notwendige Neubewertung seiner Kunst eingeleitet zu haben, dafür ist keine andere Stadt so prädestiniert wie seine einstige Wirkungsstätte Halberstadt.

domhasenkleinDie alte Bischofsstadt am Harz war mit dem Wirken Gleims, den hier u. a. Klopstock, Lessing, Goethe und Kleist aufsuchten, nicht nur eine deutsche Dichterstadt, sondern hier wurde auch der erste privatrechtlich organisierte Kunstverein Preußens gegründet, der seine Ursprünge aus der ersten großen Halberstädter Kunstausstellung von 1828 ableitet und dessen Protektor seit 1834 Prinz Wilhelm von Preußen, der spätere König und Kaiser Wilhelm I. war. Die "Halberstädter Kunstausstellungen", die auch der preußische König Friedrich Wilhelm IV. wiederholt besuchte, besaßen eine große Ausstrahlung und zogen bald so herausragende Künstler wie C. D. Friedrich, Carl Friedrich Lessing, Ludwig Richter u. a. an, die hier regelmäßig mit ihren Werken vertreten waren.
Mit diesem Projekt zum Maler Carl Hasenpflug knüpft Halberstadt an seine große Tradition der Kunstausstellungen an und wird seinem Erbe als bedeutende kulturbewusste Stadt Mitteldeutschlands gerecht.



 


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